No soup for you

Deutschland strauchelt. Erneut. Ein Land, mitten in Europa, großkotzig und dumm. Zumindest in Sachen Einwanderung. Seit bestehen der BRD hat man diese Thematik merkelhaft gemeistert, nämlich völlig konzeptfrei. In der Nachkriegszeit generierte man fleißig Auswanderer, wie im Jahrhundert zuvor. So hat man sich hierzulande gesundgeschrumpft, ausgebadet hat es vor allem Amerika, der Süden und der Norden. So kam auch meine Familie 1947 in Montevideo an.

Dann, der Milde der Westmächte verdankend, wurde Deutschland nicht zum Agrarstaat degradiert, sondern durfte trotz des Meisterstück des Holocausts wieder Industrieland werden. Wie ging man damit um? Gab es eine Rekrutierungskampagne großen Stils für die Jobs des Wirtschaftswunders? Etwa an den Universitäten in Ankara, Palermo, Athen oder Madrid? Nein, man hat ja nur Gastarbeiter gesucht, Menschen die bisweilen Jahrzehnte in Barracken lebten (und noch leben), ihre Familien in der Heimat finanziell versorgten und malochten. So ähnlich wie die Zwangsarbeiter im Dritten Reich, man suchte Arbeitskraft aber es kamen Menschen. Menschen!

Integration means downgrading

Die Ureinwohner hierzulande stehen und standen den ungebildeten Gastarbeitern in Nichts nach: schlicht, skeptisch und verschlossen. So ist er nunmal, der Standard-Deutsche. Als internationaler Deutscher, als Person mit einem historischen und kulturellen Bezug zu diesem Land (der mir aber eher egal ist, ich kann ja nichts dafür), sah ich die Aborigines in der alten neuen Heimat eher als skurril-provinziell an. In den 80er in Baden-Württemberg war die mentale Mauer immens. Capuccino bedeutete Filterkaffee mit Sprühsahne, Körperschweiß war Ehrensache und kulinarisch … naja. In der Parallelwelt lebend, die zweite und dritte Generation der importierten Bergmenschen. Marginalisiert, malträtiert, ignoriert. Wenn ich mir vorstelle ich hätte mich integrieren müssen… niemals. Deutsch sein ist viel mehr als das was der gemeine Mob in Thüringen dafür hält, mein Deutschsein bestimme ich.

Als Auslandsdeutscher hat man ja, theoretisch, eher Vorteile: eine andere Sprache, eine offenere Sicht (es sei den man wäre Mormone und fickte für Generationen seine Cousinen – ja, das passiert) und ein weltoffeneres Bild. Ein downgrade in Richtung Schwabenprovinz oder Berliner Prolls kommt da nicht wirklich in Frage. Und so lebte ich mit meinem ausländisch klingenden Namen, mit den dunklen Haaren im Sumpf der Piätkong-Dümmlichkeit, machte die Kehrwoche und dachte mir mein Teil.

Aufzug, Leonberg in den 1990er, O-Ton: “Noe, der dunkle Mann wird Dir nix tun”. Mutter zu ihren Baby bezüglich meines Aussehens. Süß. Schräg. Besorgniserregend.

Ja, importierte Bergvölker aus Anatolien trafen Milchbauern aus dem Allgäu, das konnte nicht gut gehen. Westdeutschland ist irgendwie vermischt, aber voller Vorurteile und gefährlicher Innenstädte mit der nicht integrierten vierten oder fünften Generation. Experiment gescheitert. Ein Land ohne Willkommenskultur holte sich integrationsunwillige Zuwanderer.  An den Folgen werden wir noch lange zu leiden haben.

Sexy as shit

Später wollte man IT-Kräfte ins Land lotsen, etwas Ähnliches wie eine Greencard (Blue Card heißt das Teil) wurde geschaffen, aber diese schlauen Menschen aus Indien, Brasilien oder Indonesien blieben nur wenige Tage, die Folklore zu bizarr, der Zeigefinger und das “so macht man das hier, gell” wurde in ein Mittelfinger übersetzt und man landete dann doch eher in London oder Kalifornien.

Fu-Gee-La

Der nächste Coup: die Flüchtlinge. Sie kamen in Massen und ungesteuert und… man ließ es zu. Da ich ein Anhänger der Probabilisitischen Steuerung sehe ich dem Merkelismus interessiert zu und aus humanitärer Sicht war der chaotische Stil bestimmt toll, kurzfristig. Nachhaltig ist es so, dass irgendwelche islamistische Machos aus Syrien nach Königs Wusterhausen gelotst wurden. Nein, keine IT-Spezialisten, keine Ingenieure. Wenn, dann nur per Zufall und natürlich ganz merkelhaft, konzeptfrei. Der Zeitzünder tickt.

Niemand in der deutschen Politik hat wirklich ein nachhaltig vernünftiges Zuwanderungskonzept erarbeitet. Diese Fahrlässigkeit wird uns teuer zu stehen kommen, jetzt im deutschtümmlerischen Jahr 2017. No soup for you, Flüchtling!

 

via GIPHY